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Research

Das übergeordnete Ziel dieses transdisziplinären Profilschwerpunkts ist die Erforschung von Resilienzfaktoren bei Neurodegeneration zur Implementierung von innovativen diagnostischen und therapeutischen Konzepten für primäre und sekundäre neurodegenerative Prozesse.

Der Begriff „Resilienz“ wird dabei als integrierendes Konzept für die physische, geistige/kognitive und psychosoziale Widerstandskraft gegen neurodegenerative Insulte und/oder deren Auswirkungen verstanden. So reicht das Konzept von neuroprotektiven und neuroregenerativen Faktoren auf molekularer und zellbiologischer Ebene über kognitive und physische Ressourcen auf Patientenebene bis hin zu sozialmedizinischen Aspekten auf Populationsebene.

Das Verständnis dieser Resilienzfaktoren eröffnet neue Perspektiven für die Entwicklung diagnostischer und prognostischer Marker und Instrumente und krankheitsmodifizierender therapeutischer Interventionen bei der primären und sekundären Neurodegeneration.

Den Schwerpunkt bildet dabei eine integrative Plattform für die gesamte Strecke der klinisch-neurowissenschaftlichen Forschung mit den methodisch unterschiedlichen, jedoch in der Zielsetzung konvergenten Ansätzen der Grundlagen-orientierten, der Krankheits-orientierten und der Patienten-orientierten Forschung.

Der Profilschwerpunkt gliedert sich in drei inhaltlich und technologisch eng verzahnte Themenbereiche.

Themenschwerpunkt 1: Mechanismen zellulärer Resilienz
Ziel ist die Erforschung molekularer und zellulärer Resistenzmechanismen bei neurodegenerativen Prozessen. Dieser Themenschwerpunkt umfasst die Weiterentwicklung geeigneter Zell- und Tiermodelle neurodegenerativer Prozesse und die Analyse von Pathomechanismen selektiver Vulnerabilität von Nervenzellpopulationen und deren subzellulären Strukturen (Synapsen, Mitochondrien). Die Untersuchung monogener neurodegenerativer Erkrankungen dient der Aufklärung von Mechanismen der Neurodegeneration, die auch bei häufigen neurodegenerativen Erkrankungen oder sekundärer Neurodegeneration bei anderen Erkrankungen bedeutsam sind, und ermöglicht die Identifikation von Therapieansätzen.

Themenschwerpunkt 2: Prädiktoren zerebraler Resilienz beim Menschen
Ziel ist die Entwicklung neuer und die Implementierung bestehender Modelle für die Prädiktion zerebraler Resilienz bei der primären und sekundären Neurodegeneration. Entsprechend internationaler Kriterien reicht die Entwicklung neuer Prädiktoren bis zur Anwendung neuer Marker in der Routineversorgung. Die Möglichkeit, neue Resilienzmarker in der Grundlagenforschung zu identifizieren und sowohl im klinisch-experimentellen als auch im Versorgungskontext zu evaluieren, ist ein internationales Alleinstellungsmerkmal der Rostocker Neurowissenschaften.

Themenschwerpunkt 3: Interventionen zur Stärkung der Resilienz
Die Interventionsforschung der Rostocker Neurowissenschaften identifiziert Therapieansätze zur Stärkung zerebraler Resilienz in Modellsystemen und experimentellen Humanstudien und evaluiert deren Nutzen in klinischen Studien und in versorgungsnahen Präventions- und Interventionsstudien. Diese enge Verknüpfung therapeutischer Grundlagenforschung mit klinischer und Versorgungsforschung grenzt die Rostocker Neurowissenschaften von anderen nationalen und internationalen Forschungsansätzen ab. Die Interventionsforschung umfasst dabei Evaluation neuartiger technischer Interventionsansätze in der Versorgung, die Repositionierung von Interventionen im klinischen und versorgungsnahen Kontext in IITs oder öffentlich geförderten Phase-2- und Phase-3-klinischen Studien, sowie die Translation neuer Therapieansätze aus der Grundlagenforschung in die klinische Evaluation. Über eine entsprechende Forschungsplattform ist über diesen klinisch relevanten Schwerpunkt eine direkte Assoziation sowohl zu anderen chronischen Erkrankungen als auch zum Cluster Onkologie bzw. Biomedizintechnik/Biomaterialien zu realisieren.

To foster the transdisciplinary work within the scientific areas of neurosciences at the University Medicine Rostock and to develop an identity, the Centre for Transdisciplinary Neurosciences provides an excellent research environment. For the scientific and educational program, the CTNR has the necessary infrastructure including theoretical and clinical institutes, departments and working groups. The CTNR also acts as a catalyst for new research collaborations beyond the current environment.